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VNPS-Herbsttagung "Knochenpräparation" in Vaduz 2001 |
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VNPS-Herbsttagung "Knochenpräparation" in Vaduz 2001
Am Freitag und Samstag 31.August und 1.September 2001 fand in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein die diesjährige, zweitägige Herbsttagung des VNPS zum Thema Knochenpräparation statt. Über 70 Teilnehmer, zoologische und medizinische Präparatorinnen und Präparatoren aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, ja sogar aus Finnland, machten die von Peter Niederklopfer und Martin Troxler wunderbar organisierte Fachtagung zu einem Ereignis!
Offenbar ist es für viele Kolleginnen und Kollegen ein Bedürfnis, nicht nur einzelne Rosinen, sondern ab und zu auch einen ganzen Kuchen serviert zu bekommen. Dass in diesem Fall auch noch gleich das Rezept in Form eines "Handbuches für Praktiker" zum Thema und der "Backofen" in Form von Mazerations- und Entfettungsanlagen der Firma Romei in CH-Rothenbrunnen präsentiert werden konnten, liess die Tagung zu einem echten Erfahrungsbericht und -austausch werden.
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Ueli Schneppat |
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Den Grundstein zu dieser Tagung legte vor längerer Zeit Ulrich Schneppat aus dem Bündner Naturmuseum in CH-Chur, der sich schon seit Jahren zum Ziel gesetzt hatte, den vielfältigen Schadensbildern an Sammlungsgut in zoologischen Museen auf die Spur zu kommen und geeignete Gegenmassnahmen zu entwickeln. Solche Bemühungen sind an sich nicht neu. Bitter nötig war aber, und ist immer noch, die bisher in der Museums- und Sammlungstechnik gefundenen Erkenntnisse, Schadensursachen und Lösungsansätze laufend zu hinterfragen und zu überprüfen (Stichwort "Qualitätskontrolle"). Im Laufe der laufenden "Konservierungsrunde" wurde klar, dass bisher einerseits immer wieder die Gefahr und Tendenz bestand mit einzelnen "Sündenbockursachen" (z.B. Fettbrand) ganze Schadensgruppen pauschal begründen zu wollen, und dass andererseits den "Nebenwirkungen" von präparativen Massnahmen (Prozessfehler) viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.
Auf Grund dieser Erkenntnisse muss der Hebel zuerst einmal bei der Überprüfung und Neubeschreibung einer, Schritt für Schritt, sorgfältig aufgebauten Erstpräparation angesetzt werden. Für die Knochenpräparation konnten Martin Troxler und Peter Niederklopfer nun mit Unterstützung des Anlagen-Konstrukteurs Willi Meier von der Romei AG in CH-Rothenbrunnen ein entsprechendes Handbuch herausgeben.
Nach dem Eröffnungsreferat von Michael Fasel, dem Leiter der Naturkundlichen Sammlung des Fürstentums Liechtenstein (NSFL), über die Geschichte der Sammlung und die wichtige Frage "Welche Erwartungen hat ein Museum an Präparator und Präparat" wurde in loser Folge auf die Geschichte der Osteopräparation Rückschau gehalten, die wichtigsten Arbeitsschritte der Knochenpräparation und die neuen Rezepte und Anlagen vorgestellt und über verschiedene wissenschaftliche Verwendungen von osteologischen Sammlungen berichtet ( Archeozoologie, Pathologie und Faunistik). Ein detaillierter Vortrag über den Einsatz der Speckkäfermethode zur Bearbeitung von Kleinskeletten und der Bericht eines Zoologen, der mit der enzymatischen Mazerationsmethode praktisch unter Feldbedingungen ökonomisch verantwortbar qualitativ gute Schädelserien von Schalenwild herstellt, ergänzten das Programm.
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Martin Troxler in Aktion |
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Neben den erwähnten Vorträgen konnten auch Peter Niederklopfers Arbeitsräume mit seiner für die Knochenpräparation gut eingerichteten Werkstatt (Romei-Mazerationsanlage, Romei-Entfettungsanlage und ein Ultraschallbad für die Nachbehandlung kleiner Bänderskelette) besichtigt werden. Abgerundet wurde der Anlass durch die Buchpräsentation des erwähnten Handbuches und einem gemeinsamen Nachtessen.
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Peter Niederklopfer an der Entfettungsanlage |
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Zum Schluss bleibt noch, uns beim Fürstentum Liechtenstein und speziell bei den Herren Dr. F. Näscher, Amtsleiter und Michael Fasel, Leiter der Naturkundlichen Sammlung, für die grosszügige Gastfreundschaft zu bedanken. Dass wir unsere Veranstaltung im Rathaussaal von Vaduz abhalten konnten, dürfen wir wohl durchaus auch als Ausdruck der Wertschätzung für unsere Arbeit verstehen. Das Land Liechtenstein ist in diesen Monaten und Jahren daran für ihre bis heute noch nicht in einer Daueraustellung gezeigten Sammlung ein neues Museum zu planen und zu bauen. Wir wünschen unseren Gastgebern zu diesem Unternehmen viel Glück und Erfolg und freuen uns schon heute auf die Neueröffnung des Liechtensteinischen Landesmuseums in Vaduz mit einer eigenen naturkundlichen Abteilung.
Freitag, 12. Oktober 2001 Christoph Meier / CH-Bern
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