Für uns PräparatorInnen ist die im ganzen Alpenraum und besonders auch in der Schweiz aktuelle, teilweise auch kontrovers geführte, öffentliche Diskussion um den Luchs und die anderen grossen Raubtiere sicher ein Thema! Sind doch einige von uns selber Jäger und andere aktiv im Naturschutz tätig oder gleich an beidem interessiert. Dieses Jahr wurde von der zuständigen Bundesbehörde (BUWAL) nach einer breiten Vernehmlassung bei allen interessierten Kreisen (auch beim VNPS) ein Konzept für die Zukunft des Luchses in der Schweiz erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Es schien dem Vorstand wichtig, die VNPS- Mitglieder auf der einen Seite über den aktuellsten Stand zu informieren, andererseits Gelegenheit zu geben, offen im Kreis der Kollegen und Kolleginnen mit einer Fachperson zu diskutieren. Selbstverständlich sind die Fragen um die Präparation von geschützten Tierarten wie dem Luchs klar geregelt, aber in Gesprächen mit Kunden oder irgend einer anderen Öffentlichkeit sind nicht immer nur Paragraphen oder ein" Ja - Nein" gefragt, sondern oft auch fundierte Informationen, die erst klare Meinungen ermöglichen.
Aus diesem Grunde lud der Verband Herrn Christoph Angst ein. Der Zoologe ist Mitarbeiter bei der KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz) und brachte uns mit seinem Diavortrag den Luchs näher. In einer knappen Stunde informierte uns Herr Angst über die Geschichte, die Biologie und das Vorkommen des Luchses in der Schweiz, erläuterte aber auch die Problematik rund um diese schöne Raubkatze. Ebenso wurde auch das weitere geplante Vorgehen aufgezeigt, um den Luchs in der Schweiz weiter zu verbreiten und so dieses einst ausgerottete Tier wieder als festen Bestandteil unserer Fauna zählen zu können. Dank diesem fachkundigen Vortrag können sich nun die Anwesenden ein differenziertes Bild vom Luchs machen.
Nach einer kurzen Pause führte uns der Direktor des Tierparks, Herr Christoph Kühni, durch den Park. Der Rundgang mit vielen Zusatzinformationen war eine ausgezeichnete Ergänzung zu dem vorangegangenen Vortrag, denn so konnten die TeilnehmerInnen die in Europa heimischen Grossraubtiere in natura betrachten.
Gegen 17.00 Uhr ging die diesjährige Tagung zu Ende und manche nutzten noch die Gelegenheit, in gemütlicher Runde den Kontakt zu den Kollegen und Kolleginnen zu pflegen.
Urs Obrist